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 "Bisher ist nur die Hinrunde finanziert"

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TuS-Thomas
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BeitragThema: "Bisher ist nur die Hinrunde finanziert"   Do 6 Sep 2018 - 10:41

Zitat :
Vorstand der TuS Koblenz unter Druck: Bisher ist nur die Hinrunde finanziert

Für einen der härtesten Kritikpunkte hatte Remo Rashica gleich einen Zettel parat, den er nach oben hielt. „Hier, diese Anleitung haben alle Jugendtrainer und alle, die damit zu tun haben, bekommen. Wir werden keinen Jugendspieler mehr von einem anderen Verein zu uns holen, ohne mit den Verantwortlichen vorher gesprochen zu haben. Wenn wir ein Talent im Blick haben, werden wir in Zukunft zuerst mit dem Trainer oder Verantwortlichen besprechen, wie wir das seriös und vertrauensvoll hinbekommen.“

Bei der Mitgliederinformationsveranstaltung der TuS Koblenz in Lahnstein ging es nicht nur um die Insolvenz oder die erste Mannschaft, die in der Oberliga spielt. Der gesamte Vorstand um Präsident Arnd Gelhard stellte sich den – teils unangenehmen – Fragen, rund 120 der 1100 Mitglieder waren gekommen.

Und dann ging ein Mann ans Mikrofon und stellte die Frage, wie der Vorstand es sieht, dass die TuS in Koblenz und der Region, vor allem bei den anderen Vereinen, so unbeliebt ist. Und was die TuS dagegen tun wolle. Es war die Zeit für Rashica, seinen Zettel in die Luft zu heben. „Ja, es wurden Fehler gemacht in der Vergangenheit“, gab er zu, auch im Umgang mit anderen Vereinen. Die arrogante TuS soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Zu diesem Zeitpunkt war die Infoveranstaltung schon an den Basisproblemen angekommen. In erster Linie stand jedoch erwartungsgemäß die Insolvenz und die erste Mannschaft im Fokus der Anwesenden – und zusammen mit dem Vorstand und Trainer Anel Dzaka saß auch Insolvenzverwalter Peter Theile am Tisch, der Mann, der bei der TuS derzeit das Sagen hat. Die wichtigsten Themen, zu denen Theile Antworten gab:

Finanzielle Seite der laufenden Runde: Die aktuelle Saison ist noch nicht durchfinanziert. „Die Hinrunde ist in jedem Fall durchfinanziert, danach ist es schwierig, da haben wir Nachholbedarf“, sagte Theile. Das heißt, alle Sponsoren, die der TuS nach der Insolvenzeröffnung treu geblieben sind und Geld gezahlt haben (Theile: Die jetzigen Einnahmen können nicht für die Insolvenz verwendet werden, die Gelder sind ausschließlich für den laufenden Geschäftsbetrieb), garantieren nur die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis zum Beginn der Rückrunde. Das heißt, der Vorstand steht unter Druck, muss in den kommenden Wochen noch Geld akquirieren, sonst könnte es wie in der vergangenen Saison sein, dass die Spieler zeitweise keine Gehälter mehr bekommen.

„Wir müssen viel arbeiten. Jeder im Verein ist gefragt. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir noch Sponsoren gewinnen werden. Wir müssen nur Geduld haben und Vertrauen zurückgewinnen“, sagte Rashica. Stichwort Vertrauen: Insolvenzverwalter Theile ist bei den meisten Sponsorengesprächen dabei – er kann vertrauensvoller erklären, dass neues Geld nicht in der Insolvenzmasse verschwindet.

Die Entschuldung der TuS: Das momentane Hauptziel neben der Suche nach neuen Sponsoren ist, wie Theile erklärte, „dass alle Gläubiger der Entschuldung zustimmen“. Allerdings haben die Gläubiger noch bis zur Gläubigerversammlung am 20. November Zeit, ihre Forderungen bei Theile anzumelden. Deswegen kann Theile jetzt noch nichts dazu sagen, wie hoch die Gesamtverschuldung ist und wer alles am Verfahren teilnimmt.

Die zwei Möglichkeiten des weiteren Verlaufs: erstens keine Einigung, Liquidation, Auflösung des Vereins; zweitens Einigung, Sanierung, Schuldenerlass („Dann sind alle Verbindlichkeiten weg“), der Verein muss sich dann in einer Versammlung selbst wieder aufleben lassen. Wie lange dauert das zweite Prozedere, das sich bei der TuS alle wünschen? Theile: „Open end, so schnell wie möglich.“

Die Gläubiger: Wenn alle Gläubiger und die Höhe der Verschuldung feststehen, kommt auf Theile die schwierige Aufgabe zu, die Gläubiger von einem Schuldenerlass zu überzeugen. „Dazu benötige ich einen Mehrwert“, erklärte Theile. Das heißt, während bei einer Pleite die Gläubiger leer ausgehen, muss den Gläubigern für den Schuldenerlass etwas angeboten werden. Es wurde bei der Versammlung so direkt nicht gesagt, aber es wird wohl so sein, da im Verein nichts zu holen ist, dass Privatleute, vorwiegend aus dem Vorstand, Geld in einen Insolvenztopf zahlen, damit den Gläubigern etwas angeboten werden kann. Theile machte aber klar: „Die Quote für die Gläubiger wird gering ausfallen.“

Eine weitere interessante Aussage von Theile zur Einigung mit den Gläubigern: „Es gibt eine Kopf- und Summenmehrheit.“ Kurzum: Frank Linnig, der mit Abstand die höchsten Forderungen an die TuS hat, könnte einen Schuldenerlass platzen lassen. Aber Theile beruhigte die Mitglieder: „Das könnte vom Gericht wieder ausgehebelt werden.“ Zudem können solche Ängste vernachlässigt werden. Denn Frank Linnig war stets ein Förderer der TuS, dem der Verein am Herzen liegt und der den Verein mehrmals mit viel Geld gerettet hat. Die Trennung von der TuS und Linnig verlief im Streit, aber eine Liquidation des Vereins dürfte in keinem Falle im Sinne des ehemaligen Hauptsponsors und ehemaligen Präsidiumsmitglieds sein.

Das Präsidium: Theile gab den Mitgliedern so gut Auskunft, wie er konnte und durfte („Die Insolvenz ist nicht öffentlich“), ebenso das Präsidium. Während Präsident Gelhard einleitend noch einmal erklärte, warum die TuS einen Insolvenzantrag gestellt hatte (viele Tiefschläge wie DFB-Pokalspiel in Zwickau, was finanziell eine Nullnummer war, viele Geldstrafen, verlorenes Pokalfinale, aber vor allem „ist es uns nicht gelungen, neue Sponsoren zu finden“) und eher bedrückt redete, gezeichnet von schwierigen Wochen und Monaten (Gelhard: Wir haben alles versucht, aber es hat nicht gereicht), brachte sich im Laufe des Abends vermehrt Remo Rashica ein.

Das Präsidiumsmitglied, normalerweise verantwortlich für die Jugend, scheint der neue starke Mann bei der TuS zu sein. Nein, Rashica malte keine traumhafte Zukunft der TuS in den Saal, aber er redete kraftvoll und motiviert davon, die TuS aus dem Abgrund herauszuholen. Rashica wiederholte sich mehrmals am Abend, viel und hart arbeiten, Geduld haben, Vertrauen zurückgewinnen – diese Worte dürften sich den anwesenden Mitgliedern eingeprägt haben.

Und Rashica war auch derjenige, der die Mitglieder zum Applaudieren brachte. „Danke, danke, danke, wir müssen im Verein demütig sein und viel mehr Danke sagen“, sagte Rashica und münzte einen kritischen Beitrag, bei dem eine Frau bemängelte, die Renovierung der Umkleidekabine im Stadion, initiiert und durchgeführt von der zurückgetretenen Physiotherapeutin Sabine Anders, sei der Vereinsführung nicht einmal ein Dankeschön Wert gewesen, um in lautes Klatschen. Rashica: „Ja, das stimmt, was Sabine mit ihrem Team da geleistet hat, war einfach super. Die Kabine sieht jetzt klasse aus. Da sage ich hier und jetzt noch einmal: Vielen Dank!“

Ob Rashica allerdings wirklich der neue starke Mann bei der TuS wird, sprich Präsident, dazu äußerte er sich nicht. „Es gibt Gerüchte, dass aus dem Vorstand drei Personen zurücktreten wollen. Arbeitet der Vorstand überhaupt noch zusammen und gibt es eine Idee, wer die Herren da oben ersetzen könnte?“, lautete eine Frage aus dem Publikum. Nach kurzem Schweigen ergriff Gelhard das Wort. „Es sind noch alle im Amt, wir arbeiten weiterhin zusammen und werden keinen Trümmerhaufen übergeben“, sagte er, „ich habe aber schon vor Monaten gesagt, dass ich nicht mehr kandidieren werde.“

Vizepräsident Dirk Feldhausen, verantwortlich für Finanzen, hielt sich bei dieser Frage zurück, sagte später aber: „Natürlich ist es die Aufgabe des Vorstandes, Kandidaten zu finden, aber jeder kann hier mithelfen und Vorschläge machen.“ Dirk Laux (Präsidiumsmitglied Sport) und Nils Wiechmann (Präsidiumsmitglied Kommunikation) äußerten sich weder dazu, ob sie im Vorstand bleiben, noch zu einem anderen Thema. Und auch Rashica redete nicht von Kandidatur, sondern meinte: „Wir haben noch keinen Kandidaten, hoffen aber, dass die richtigen Leute präsentiert werden können.“

Quelle: https://www.rhein-zeitung.de/sport/rz-regionalsport/regionalsport-fussball-maenner-alle-meldungen/regionalsport-fussball-oberliga_artikel,-vorstand-der-tus-koblenz-unter-druck-bisher-ist-nur-die-hinrunde-finanziert-_arid,1862430.html
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