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 Gläubiger entscheiden über Zukunft der TuS Koblenz

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TuS-Thomas
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BeitragThema: Gläubiger entscheiden über Zukunft der TuS Koblenz   Sa 17 Nov 2018 - 3:49

Zitat :
Jetzt geht es um das Fortbestehen des Traditionsklubs: Gläubiger entscheiden über Zukunft der TuS Koblenz

Sportlich läuft's gut bei TuS Koblenz. Nach einem verstolperten Start in die Saison der Fußball-Oberliga hat sich das neu formierte Team des Regionalliga-Absteigers stabilisiert, darf bei positivem Verlauf der Rückrunde gar auf einen Spitzenplatz hoffen und einen Pokaltriumph im Hinterkopf haben. Doch die Zukunft des Traditionsvereins entscheidet sich nicht allein auf dem Fußballplatz.

Nichts weniger als das Fortbestehen der TuS Koblenz von 1911 steht zur Debatte, wenn in der kommenden Woche voraussichtlich mehr als 60 Gläubiger des in der Insolvenz befindlichen Klubs mit Insolvenzverwalter Peter Theile zusammentreffen. „Es geht ganz konkret um die Frage: Was soll aus dem Verein werden?“, sagt Theile, der den Gläubigern seinen Insolvenzplan zur Sanierung der TuS vorstellen wird.
Zuvor erläutert der Insolvenzverwalter noch einmal die Gründe für die Insolvenz und den Umfang des verbliebenen Vereinsvermögens, das im Falle einer Zustimmung nach einer noch festzulegenden Quote unter denen aufgeteilt wird, die noch Geld von der TuS zu bekommen haben. Sollten die Gläubiger seinem Plan nicht zustimmen, dann, so Theile, „melde ich die erste Mannschaft nach der Hinrunde aus der Oberliga ab“, der Verein wird dann liquidiert.

Die in der jüngsten Mitteilung des Amtsgerichts genannte Vermögenssumme von rund 30.000 Euro ist laut Theile noch nicht das Ende der Fahnenstange und soll sich, bis es zur Verteilung kommt, noch um einiges erhöhen. Nicht zuletzt, weil einige Sponsoren, Unterstützer und Gönner der TuS versprochen haben, die Insolvenzsumme aus eigener Tasche aufzustocken.

Dennoch werden die Gläubiger nach menschlichem Ermessen mit einer einstelligen Quote zufrieden sein müssen, sprich, wer 100 Euro Außenstände hat, bekommt vielleicht fünf, vielleicht sieben, vielleicht noch weniger zurück. Das mag im Fall von Versicherungsbeiträgen oder Handwerkerrechnungen für die Betroffenen noch zu verschmerzen sein, den Hauptgläubiger trifft es mit voller Härte.

Ex-Präsidiumsmitglied, Sponsor und Löcherstopfer Frank Linnig hatte der TuS bekanntlich vor einem Jahr einen Großteil der aufgelaufenen Schulden erlassen, um ein solches Szenario vermeiden zu helfen. Vereinbart wurde ein sehr moderater Rückzahlungsrhythmus der verbleibenden 280.000 Euro – bisher hat Linnig noch keinen Euro gesehen – sowie eine Rückkehr zur ursprünglichen Forderung, sollte der Verein doch noch Insolvenz anmelden.

So geht Frank Linnig also mit Außenständen von 930.000 Euro in die Verhandlungen, vermutlich ein Vielfaches von dem, was alle anderen Gläubiger zusammen beanspruchen werden. Mehrfach hat Frank Linnig in jüngster Vergangenheit angekündigt, dass er zu einem Kompromiss nicht bereit ist und die Einigung platzen lassen will. Zu tief sitzt bei dem PR-Unternehmer der Ärger über nicht eingehaltene Absprachen und diverse Verletzungen, die Linnig während und nach seiner Zeit bei der TuS erlitten hat. Von der Insolvenz erfuhr der Hauptgläubiger nach eigener Aussage erst einen Tag vor der Presseveröffentlichung, und das nur auf eigene Nachfrage. Obwohl diese Entscheidung für ihn nach damaligem Stand den erzwungenen Verzicht auf mehr als 200.000 Euro bedeutete. Auf die Idee, sich wenigstens zu entschuldigen, ist bei TuS Koblenz in diesem Zusammenhang noch keiner gekommen.

Aber kann Hauptgläubiger Linnig eine Einigung der TuS mit ihren Gläubigern im Alleingang überhaupt verhindern? Darauf weiß auch Insolvenz-Fachmann Theile keine eindeutige Antwort. Einerseits werde bei der Abstimmung das Stimmrecht der Gläubiger nach der Höhe ihrer Forderungen gewichtet, andererseits biete die Insolvenzordnung auch andere Wege. Sollte es tatsächlich zu der Konfrontation kommen, bei der Linnig, ob allein oder mit anderen (Klein-)Gläubigern, den Insolvenzplan ablehnt, muss letztlich das Insolvenzgericht entscheiden.

Auch bei einem für die TuS glücklichen Ausgang des Insolvenzverfahrens müsse sich einiges ändern im Verein, lässt Theile durchblicken. Immerhin hat der Insolvenzverwalter seine Aussage relativiert, das Geld fürs Oberligateam reiche vorläufig nur bis zum Hinrundenende. Anders als in der Vergangenheit kassiert die TuS ihre Sponsorengelder nicht auf einmal beim Saisonbeginn, sondern in monatlichen oder vierteljährlichen Raten, die nur bis Jahresende geflossen sind. „Keiner weiß“, sagt Theile, „ob wir die Einnahmen, mit denen wir in der Rückrunde planen, auch erzielen.“

Da der Verein derzeit als aufgelöst gilt, wird es bis zu einer Jahreshauptversammlung mit einer „Revitalisierung“ (Theile) des Vereins und einer Neuwahl des Präsidiums noch einige Monate dauern. „Ich habe ja keinen Einfluss auf die innere Vereinsstruktur“, sagt Theile über die Zeit nach der Insolvenz, „aber für den Neuanfang muss die TuS ein paar strukturelle Dinge ändern, damit es nicht wieder dazu kommt.“ Dazu könnte auch ein anständiger Umgang mit dem Mann gehören, dem die TuS in den vergangenen Jahren buchstäblich ihre Existenz verdankte.

Quelle: https://www.rhein-zeitung.de/sport/rz-regionalsport/regionalsport-fussball-maenner-alle-meldungen/regionalsport-fussball-oberliga_artikel,-jetzt-geht-es-um-das-fortbestehen-des-traditionsklubs-glaeubiger-entscheiden-ueber-zukunft-der-tus-kob-_arid,1898129.html
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