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 TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt

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TuS-Thomas
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BeitragThema: TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt   TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt EmptySa 18 Jul 2015 - 9:29

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TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt
Fußball Finanzlücke war nicht mehr zu schließen – Spielbetrieb ist nicht betroffen – Auch die erfolgreiche Jugendarbeit soll weitergehen

Koblenz. Außergewöhnliche Situationen erfordern außerordentliche Pressekonferenzen. Mit ernsten Mienen betraten Professor Werner Hecker, Präsident des Fußballvereins TuS Koblenz, und Frank Linnig, Präsidiumsmitglied und Sponsor, am frühen Donnerstagabend den Pressecontainer auf dem Oberwerth. Hecker hatte den Journalisten eine „betrübliche Mitteilung“ zu machen: „Die TuS Koblenz GmbH hat heute Insolvenz anmelden müssen.“ Und Linnig ergänzte: „Das ist eine bittere Stunde für die TuS und besonders für diejenigen, die seit vielen Jahren mit allen Kräften dafür gekämpft haben, die Existenz der GmbH dauerhaft zu sichern. Den Kampf haben wir verloren.“ Allerdings versicherten die beiden Vereinsbosse gleichzeitig, dass der eingetragene Verein (e.V.) TuS Koblenz von dieser Insolvenz nur am Rande betroffen ist. „Der Bestand des TuS Koblenz e.V. ist gesichert, ebenso der Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der Oberliga Rheinland-Pfalz Saar“, bestätigte Linnig, und Hecker ergänzte: „Wir haben schon vor Monaten entschieden, den Spielbetrieb auf den e.V. zu verlagern. Der Verein, nicht die GmbH, hat die Lizenz für die Oberliga beantragt und sämtliche Verträge mit Spielern und Trainern abgeschlossen.“

Das verzweifelte Ringen um die Liquidität hat die TuS-Verantwortlichen seit Jahren in Atem gehalten. Auch der Schuldenschnitt mit den sieben Hauptgläubigern, mit dem im Februar 2014 ein Befreiungsschlag gelungen schien, konnte die finanziellen Nöte letztlich nicht beheben. Zwar hat die TuS-GmbH die verbliebenen Raten an die Gläubiger in sechsstelliger Höhe inzwischen bezahlt. Doch aktuell tun sich wieder Löcher auf, die so enorm sind, dass sie nicht mehr gestopft werden können. „Natürlich beruht diese Situation in erster Linie und hauptsächlich auf der sportlichen Misere“, betonte Linnig. Die sportliche Talfahrt der TuS-Kicker hat nicht nur zu einem dramatischen Rückgang der Zuschauerzahlen geführt, sondern auch dazu, dass der Verein von Sponsorenseite nicht das erlösen konnte, was er sich vorgestellt oder gewünscht hatte.

In der Saison 2013/14 waren durchschnittlich 2000 Besucher zu den Heimspielen aufs Oberwerth gepilgert, in der abgelaufenen Spielzeit betrug der Zuschauerschnitt nur noch knapp 800. „Und einen Spieltag gab es, da haben wir nicht mal 100 Eintrittskarten verkauft“, erinnert sich Frank Linnig mit Schrecken.
Der Abstieg aus der Regionalliga hatte sich lange angekündigt, und als die Mannschaft auch noch im Halbfinale des Rheinlandpokals ausschied, da war die letzte Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen geplatzt. Zudem sind fast 100 000 Euro an fest eingeplanten Geldern nicht eingegangen. Letzter Strohhalm, um die Insolvenzeröffnung zu vermeiden, war der Vorschlag an einen Gläubiger, sich über die geschuldete Summe zu vergleichen – sprich: auf einen Schlag einen Teil der Schulden zu bezahlen, woraufhin der Gläubiger auf den Rest verzichten möge. „Der Vorschlag wurde abgelehnt“, resümierte Werner Hecker nüchtern. „Die Uhr tickte, und wir mussten handeln.“ Stichwort Insolvenzverschleppung. „Als ehrbare Kaufleute wollen wir keine verbrannte Erde hinterlassen, weder bei Sponsoren noch bei Gläubigern noch bei unseren Fans.“

Der Aufsichtsrat der GmbH wird also nicht mehr zusammentreten. Diesem Gremium gehörten neben fünf Präsidialen auch Walter Desch, der Präsident des Fußballverbands Rheinland, und Fan-Vertreter Marcel Günther an. Die beiden haben nichts mehr zu sagen bei der TuS, aber, so Werner Hecker mit feinem Lächeln: „Es gibt auch außerhalb des Aufsichtsrats viele Möglichkeiten, der TuS zu helfen.“ Warum aber wurde die GmbH, gegründet in glorreichen Zweitligazeiten als Auslagerung der Profiabteilung, nicht schon viel früher abgewickelt, mag sich so mancher fragen. Zunächst, so erläutern die TuS-Verantwortlichen, waren sie bestrebt, Verein und GmbH zu entflechten, um die GmbH dann „in aller Ruhe abzuwickeln“, wie es sich Hecker gewünscht hätte. „Noch vor wenigen Jahren hatte der Verein 1,1 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei der GmbH, heute ist es umgekehrt, wenn auch nicht in dieser Größenordnung.“

Nun ist der Punkt erreicht, wo der Verein auch ohne GmbH existieren kann, und wer weiß, vielleicht hilft ihm das ja. „Zum ersten Mal, seit ich denken kann, haben wir von dem Geld, das uns für die neue Spielzeit zur Verfügung steht, nichts in die alte Saison herübergezogen“, berichtete Linnig. „Für die Oberliga steht also das volle Budget zur Verfügung.“ Hecker ergänzte, um den Blick aufs Positive zu richten: „Wir stecken mitten in der Kaderplanung, es vergeht kein Tag, an dem nicht ein weiterer Spieler unterschreibt.“ Am Donnerstag war das Torwart Sebastian Patzler, bisher Victoria Berlin, der beim 2:1-Testspielsieg der TuS gegen den Rheinlandligisten FV Engers 45 Minuten lang vorgespielt hatte.

Der große Verlierer der Insolvenzeröffnung heißt wohl Frank Linnig, wie Hecker bekräftigte, derzeit „eindeutig der größte Gläubiger“. Der Mann, der in den vergangenen vier Jahren beträchtliche Summen in den Verein gesteckt hat, um die Liquidität zu erhalten, muss sein Geld endgültig abschreiben. Denn wenn Insolvenzverwalterin Mechthild Greve in den nächsten Tagen und Wochen sich ein Bild von der Verfassung des Patienten macht, wird sie wohl nicht allzu viel finden, was sie den Gläubigern anbieten kann. „Eine Kleinigkeit vom Mönchengladbach-Spiel“, überlegt Hecker, „und dann ist da noch die Büro-Ausstattung ...“ Der Sportbetrieb bei TuS Koblenz soll also weitergehen. Nicht nur für die erste Mannschaft in der Oberliga und die Zweitvertretung in der Rheinlandliga: „Unsere Jugendarbeit wird nicht leiden“, verspricht Werner Hecker, „ die Abschlusstabellen beweisen, dass die TuS Koblenz im nördlichen Rheinland-Pfalz eine absolute Ausnahmestellung einnimmt. Das soll so bleiben.“ Obwohl der DFB einem Oberligaverein kein Nachwuchsleistungszentrum mehr zugesteht und – wichtiger – bezuschusst.

Auch wenn der Traditionsverein von 1911 nicht zum ersten Mal in seiner bewegten Geschichte in der Talsohle angekommen scheint – an Selbstbewusstsein mangelt es ihm nach wie vor nicht. Für Werner Hecker wie für Frank Linnig ist „unsere TuS“ nach wie vor „eine zentrale Größe der Region“, von deren Befindlichkeit „für den Fußball in Koblenz und Umgebung einiges abhängt.“ Zumindest ist nicht auszuschließen, dass es demnächst mal wieder so ist.

RZ Koblenz und Region vom Freitag, 17. Juli 2015, Seite 25.
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BeitragThema: Re: TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt   TuS Koblenz: GmbH insolvent, der Verein lebt EmptySa 18 Jul 2015 - 9:32

Zitat :
„Der Bestand des Vereins ist gesichert.“
Insolvenzantrag der TuS Koblenz GmbH unvermeidbar – Keine Auswirkungen auf den e.V. – Neue Strukturen und neue Ziele – Unbelastet in die Oberliga-Saison – Sportlicher Erfolg entscheidend

Es kommt gerade jetzt darauf an, den Blick nach vorn zu richten – so kommentieren die Verantwortlichen den am Ende nicht zu vermeidenden Schritt, für die TuS Koblenz GmbH Insolvenzantrag zu stellen. Im folgenden Interview stellen sich Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Werner Hecker, Vizepräsident und Aufsichtsratsmitglied Hans-Werner van Heesch sowie Präsidiums- und Aufsichtsratsmitglied Frank Linnig den drängenden Fragen. Sie erklären darin Hintergründe und Konsequenzen – und erläutern, warum der Traditionsverein trotzdem günstige Perspektiven hat.

Am 16. Juli 2015 hat die TuS Koblenz GmbH Insolvenz angemeldet. Wie kam es dazu?

Frank Linnig: In der Tat war die TuS Koblenz GmbH heute Nachmittag gezwungen, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das ist eine bittere Stunde für uns und vor allem für all diejenigen, die seit mehreren Jahren versuchen, die Existenz der TuS Koblenz GmbH dauerhaft zu sichern. Das ist uns letztlich nicht gelungen. Dabei spielte die Tatsache, dass uns zentrale Einnahmequellen wegbrachen, die entscheidende Rolle. Die daraus resultierenden Liquiditätsprobleme führten dazu, dass wir trotz erheblicher Anstrengungen nicht mehr alle Gläubiger in dem Maße befriedigen konnten, wie es nötig gewesen wäre.

Wie sind denn die erheblichen Rückgänge bei den Einnahmen zu erklären?

Linnig: Das beruht im Wesentlichen auf der seit Jahren anhaltenden sportlichen Misere. Sie schlug sich in immer geringeren Sponsoreneinnahmen ebenso nieder wie in einem kräftigen Minus bei den Zuschauerzahlen. Während wir in der Saison 2013/2014 im Durchschnitt noch knapp 2000 Zuschauer im Stadion Oberwerth begrüßen durften, waren es zum Ende der vergangenen Spielzeit oft nur noch weit unter 1000. Weniger Zuschauer bedeuten eben weniger Ticketverkäufe. Die letzten Schläge trafen uns dann mit dem peinlichen Ausscheiden im Pokalhalbfinale und dem Abstieg in die Oberliga. Wenn uns diese beiden Negativerlebnisse erspart geblieben wären, hätten wir es wohl doch geschafft, die GmbH fortzuführen. Aber so war das nicht möglich.

Gab es denn noch weitere Gründe für den heutigen Schritt?

Professor Dr. Werner Hecker: Ja, es gibt noch einen weiteren wesentlichen Punkt, warum wir letztlich nicht über die Runden gekommen sind und heute den Insolvenzantrag stellen mussten. Ich meine damit Außenstände in fast sechsstelliger Höhe. Zahlungen sind also nicht in der Weise eingegangen, wie sie in der Finanzplanung der TuS Koblenz GmbH enthalten waren.

Wird es denn weitere Gespräche mit den Gläubigern der TuS Koblenz GmbH geben?

Hecker: Absolut. TuS Koblenz will auch in Zukunft nach den Prinzipien eines „ehrbaren Kaufmanns“ handeln und keine verbrannte Erde hinterlassen. Deshalb streben wir auch weiter ein vernünftiges und faires Verhältnis zu allen Gläubigern an.

Linnig: Im Übrigen ist es auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nicht ausgeschlossen, dass die Parteien aufeinander zugehen und sich einigen. Die TuS Koblenz hat das bisher versucht und wird sich auch nach dem Insolvenzantrag weiter darum bemühen. Es gab aktuell nur keine Zeit mehr für die Fortführung von Verhandlungen, weil das Gesetz uns zum Handeln zwang.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es mit dem Verein an sich weitergeht?

Linnig: In der Tat ist das der entscheidende Punkt. Außerordentlich positiv ist, dass der Verein unter dieser unvermeidlichen Entscheidung nicht leidet. Im Klartext: Der Bestand der TuS Koblenz 1911 e.V. ist gesichert. So liegt bereits der Spielbetrieb in der Oberliga in den Händen des e.V. So schmerzhaft die Insolvenz ist, jetzt kommt es auf den Blick nach vorn an. Und ich denke und glaube, dass der für die Region unverzichtbare Traditionsverein über günstige Perspektiven verfügt und die Zukunft aktiv gestalten kann.

Ist denn die TuS Koblenz e.V. überhaupt dafür gerüstet, wieder als Lizenzträger für die 1. Mannschaft zu fungieren?

Hecker: Natürlich haben wir schon frühzeitig überlegt, wie es weitergehen kann. Das erwarten die Mitglieder und Partner ja auch völlig zu recht von uns. Es war nicht auszuschließen, dass die wirtschaftliche Entwicklung der TuS Koblenz GmbH so kritisch verlaufen würde, wie sie jetzt leider verlaufen ist. Deshalb war es auch extrem wichtig, die TuS Koblenz e.V. finanziell in sicheres Fahrwasser zu führen. Das ist uns gelungen. So war es auch möglich, die Oberligalizenz für den e.V. zu beantragen, der daher auch das Spielrecht für die Saison 2015/2016 hat. Diese Änderung in der Trägerschaft der Spielberechtigung für die 1. Mannschaft bedingt natürlich auch eine Umstrukturierung der TuS Koblenz 1911 e.V., die bislang „nur“ für den Nachwuchsbereich und die U23 zuständig war. In Zukunft gibt es also nur noch einen Verein und damit das, was sich viele schon länger gewünscht haben. Alle Mannschaften spielen jetzt unter dem Dach des e.V.. Natürlich kommen auch organisatorische Konsequenzen auf uns zu. So wird es keine getrennten Geschäftsstellen mehr geben. Die personellen Ressourcen wurden und werden neu aufgestellt. Dazu gehört, dass wir Verantwortlichkeiten für den Spielbetrieb in der Oberliga und für alle übrigen Bereiche der Geschäftsstelle geschaffen haben. Durch die Zusammenführung erwarten wir nicht nur eine einheitliche Struktur, sondern letztlich auch erheblich mehr Effizienz. Die Verantwortlichen der TuS Koblenz wollen dafür sorgen, dass es wieder einen Verein „aus einem Guss“ gibt. Für uns ist das auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Identifikation des Umfeldes mit dem Verein.

Um noch einmal auf die Insolvenz zurückzukommen: Wie wirkt sie sich auf die sportliche Seite aus?

Hans-Werner van Heesch: Überhaupt nicht. Ich kann die Fans und alle „Sympathisanten“ der Schängel wirklich beruhigen: Es wird weder einen Punktabzug noch sonstige Sanktionen für die TuS in der Oberliga geben. Dies hat uns der zuständige Verband auch offiziell bestätigt. Insofern starten wir völlig unbelastet in die neue Saison.

Sind eigentlich alle Sponsoren der TuS nach dem Abstieg in die Oberliga an Bord geblieben?

Linnig: Nicht alle, aber fast alle Sponsoren halten der TuS auch in der neuen Saison die Treue. Das ist zunächst einmal sehr positiv. Aber wir waren doch einigermaßen verwundert darüber, dass viele Sponsoren die Wertigkeit der Oberliga relativ gering einschätzen. Denn: Eigentlich ist die Zugehörigkeit der TuS zu dieser Spielklasse für den größten Teil der Sponsoren keineswegs negativ, weil der regionale Bezug auch der Zuschauer erheblich stärker ausgeprägt ist als in der Regionalliga. Insoweit glaube ich, dass die Attraktivität der Oberliga für die Eigeninteressen der Sponsoren zu unrecht häufig unterschätzt wird. Das wirkt sich aktuell auch auf die Höhe der Sponsor-Leistungen aus. Wir hoffen aber, dass sich im Saisonverlauf – der sportliche Erfolg unserer Mannschaft natürlich vorausgesetzt – bei den Sponsoren verstärkt die Erkenntnis durchsetzt, dass die Oberliga für sie durchaus interessant ist.

Hecker: Im Vordergrund steht natürlich zunächst und in erster Linie der sportliche Erfolg. Und da sind wir eindeutig in der Bringschuld. Aber man darf nicht vergessen, dass unsere Ziele nur dann erreichbar sind, wenn Sponsoren und Fans uns auch künftig unterstützen.

Linnig: Ich kann Werner Hecker nur zustimmen: Wir sind sportlich in der Pflicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch sportliche Leistungen, die neben der nötigen Qualität nicht zuletzt auch Leidenschaft, Emotion und Begeisterung erfordern, wieder attraktiv werden. Für alle. Für Fans, Mitglieder, Sponsoren, die Menschen in der Stadt und in der Region sowie möglicherweise auch für die Politik.

Wie wirkt sich die ganze Entwicklung denn auf die überaus erfolgreiche Jugendarbeit der TuS aus?

van Heesch: Wir bauen eher noch mehr als bisher auf unseren starken Nachwuchs. Nach dem Abstieg der 1. Mannschaft aus der Regionalliga hat der Verein nach den Statuten des DFB die Berechtigung verloren, ein „Nachwuchsleistungszentrum (NLZ)“ im Sinne dieser Vorschriften zu betreiben. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir beabsichtigen oder gar gezwungen sind, die Qualität unserer Jugendarbeit zu reduzieren. Damit würden wir uns selbst den Ast absägen, auf dem wir sitzen. In völliger Übereinstimmung mit einem entsprechenden Appell des DFB wollen und werden wir daher auch in Zukunft alles dafür tun, was in unseren Kräften steht, um unsere Nachwuchsarbeit auf dem bisherigen Niveau zu halten.

Linnig: Aktuell gehören bekanntlich vier U19-Spieler ebenso wie einige Jungs aus der U23 zum Kader der 1. Mannschaft. So soll es auch in Zukunft bleiben. Der Verein kann wirklich stolz auf das sein, was er im Bereich der Nachwuchsarbeit leistet. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die TuS Koblenz bei der Jugendarbeit in unserer Region das absolute Maß der Dinge ist. Nicht umsonst bedienen sich immer wieder Bundesligateams bei uns, und auch in der Oberliga fällt mir die eine oder andere Mannschaft ein, die in erheblichem Umfang aus Spielern besteht, die bei der TuS Koblenz ausgebildet wurden. Es muss unser Ziel sein, diese Abwanderungen einzudämmen und unsere Talente so lange wie möglich an uns zu binden.

Welche sportlichen Ziele hat die TuS in der bald beginnenden Oberliga-Saison?

van Heesch: TuS Koblenz sollte bzw. muss sogar den Anspruch haben, wieder aufzusteigen. Dass wir damit nicht die einzigen sind, ist klar. Aber bei den Anstrengungen, die wir für die nächste Saison unternommen haben und weiter unternehmen, sollte es schon möglich sein, oben mitzuspielen. Wir wollen mit Petrik Sander als Cheftrainer nicht mehrere Jahre in der Oberliga verbringen – das ist auch für ihn kein „Geschäftsmodell“. Wir möchten also wieder hoch, wissen aber auch, dass es nicht einfach wird.

Linnig: Es ist doch klar, dass uns nichts geschenkt wird. Arroganz und der Glaube, dass sich der Aufstieg als Selbstläufer entpuppt, sind also völlig fehl am Platze. Aber es muss einfach unser Ziel sein, zu den Spitzenteams der Oberliga zu gehören. Ich denke, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen sind.

Hecker: Wir wollen aufsteigen.

Wie wichtig ist in der aktuellen Situation die Unterstützung der Fans?

van Heesch: Die Fans sind auch oder gerade in der neuen Saison enorm wichtig für uns. Ohne sie haben wir keine Chance. Allerdings bitte ich unsere Fans auch darum, der neu formierten Mannschaft etwas Zeit zu geben. Das Team darf und muss sich entwickeln, um dauerhaft das Vertrauen der Fans zu gewinnen.

Wann wird der Oberliga-Kader denn komplett sein?

Linnig: Bei dem Punkt wiederhole ich mich gerne: Wir brauchen bei der Kaderbildung Geduld – möglicherweise bis zum Saisonstart. Ich weiß nicht, ob Petrik Sander am 31. Juli schon seine Wunschmannschaft an Bord hat. Aber diese Situation ist bei einem Absteiger, der rund 80 Prozent seines Kaders erneuert, doch völlig normal. Wir stehen wieder einmal vor einem Neuanfang und einem Umbruch. Da kann man nun einmal nicht erwarten, dass schon am 1. Spieltag in Wirges die „optimale“ Formation auf dem Rasen steht. Wenn es doch gelingt, umso besser. Jedenfalls wird es keine Panikeinkäufe geben. In den letzten Tagen hat sich wieder einiges getan – und das wird in den nächsten ein bis zwei Wochen weiter so sein. Die Fans können nach meiner Meinung darauf vertrauen, dass wir am Ende eine schlagkräftige blau-schwarze Truppe ins Rennen schicken.

Hecker: Der quantitative Aspekt spielt bei der Kaderbildung absolut keine Rolle. Wir werden nur Spieler verpflichten, von denen der Trainer überzeugt ist und die nach allen verfügbaren Erkenntnissen in der Lage sind, die Qualität der Mannschaft zu erhöhen. Diese Priorität gilt auch dann, wenn einzelne Verträge erst nach dem 31. Juli unterschrieben werden können.

Wer ist eigentlich für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich?

van Heesch: Wer schon? Der Cheftrainer natürlich. Niemand mischt sich dabei ein. Es ist ausschließlich Aufgabe von Petrik Sander, im Rahmen des vorgegebenen Budgets eine Mannschaft zu bilden, die das Potenzial hat, oben anzugreifen.

Linnig: Übrigens ist es entgegen anders lautenden Gerüchten auch nicht so, dass Sponsoren oder Investoren später bei der Mannschaftsaufstellung mitreden. Das würden sich das Trainerteam und allen voran gerade Petrik Sander energisch verbitten – und das völlig zu recht.

Eben wurde das Oberliga-Budget angesprochen: Wie hoch ist das denn?

Hecker: Das Etatvolumen eignet sich dazu, die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen.

Das Gespräch mit Professor Dr. Werner Hecker, Hans-Werner van Heesch und Frank Linnig führte Julian Turek.

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