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 Eine Kurve mit vielen Gesichtern

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BeitragThema: Eine Kurve mit vielen Gesichtern   Do 12 Jan 2017 - 10:49

Zitat :
Eine Kurve mit vielen Gesichtern

Serie Unterwegs mit dem Fanbeauftragten des Regionalligisten TuS Koblenz

Koblenz. Es ist ruhig, als Christian Krey an der Fankurve ankommt. Ruhiger als sonst bei Fußballspielen der TuS Koblenz im Stadion Oberwerth. Die Uhr zeigt 18.37 Uhr. Noch knapp eine halbe Stunde bis zum Regionalliga-Spiel der TuS gegen den FC Homburg. Krey steht auf der Tartanbahn. Er hängt eine Fahne am Zaun auf und blickt auf die Tribüne. Hier stehen die treuen Fans der TuS Koblenz. Ein paar sind schon da. Aber noch nicht alle. Für Krey ein Zeichen: Er muss aufmerksam sein.

Christian Krey ist Mitglied des Koblenzer Fanklubs „Blue Boys“ und Fanbeauftragter der TuS Koblenz. Der 36-Jährige verschafft sich ein Bild vom Fanaufkommen. Erst, wenn er alles überprüft hat, kann er das Spiel genießen. Erst dann ist er ein normaler Fan.

An diesem Abend kommt Krey um 18 Uhr an die Kneipe „Zum Sportplatz“. Das ist der Treffpunkt seines Fanklubs. Krey hat schon registriert, dass es im Umfeld ruhig ist. Deswegen bleibt er zur Einstimmung nicht so lange in der Kneipe und geht lieber früher ins Stadion.

Krey hat die Ultras des Vereins im Blick. Das sind jene Fans, die sich über bedingungslos leidenschaftliche Unterstützung ihres Teams definieren. Die für Stimmung sorgen, was positiv ist, denn ohne diese Stimmung hätte der Fußball weit weniger Atmosphäre. Ultras fallen aber auch mal negativ auf. Da geht es der TuS nicht anders als vielen Bundesligisten. In Koblenz nennt sich die größte Ultra-Gruppe „Inferno Koblenz“. „Meistens ist alles harmlos“, sagt Krey. Acht geben muss er trotzdem.

Blick auf die Gästeanhänger

Im Stadion dreht Krey eine Runde. Es ist kurz vor sieben. Ein Anruf bei Markus, dem Fanbetreuer des FC Homburg. Die beiden treffen sich. Es sind knapp 70 Fans aus Homburg mitgekommen. Und während Markus auf den Bereich unterhalb der Tribüne deutet, werden die letzten Gäste-Fans mit einem Bus vorgefahren. 70 Auswärtsfans. Bei einer Kulisse von 1660 Zuschauern. Das ist wenig. Der FC Homburg hat mal in der Bundesliga gespielt. Die TuS in Liga zwei. Glorreiche Zeiten. Aber eben auch: Vergangenheit.

Kreys Runde geht weiter. Ein paar Meter, bevor er sie abschließt, vor der Heim-Kurve, sieht er dann ein paar Ultras. Sie stehen abseits, hinter dem Tor. Es wird klar: Sie haben auf die Fans des FC Homburg gewartet. Sie wollen Präsenz zeigen bei deren Ankunft. Weil die Homburger direkt in die Kurve gefahren wurden, ist es nicht zum Aufeinandertreffen gekommen. Wenn es so läuft wie an diesem Abend, hat Krey wenig zu tun.

Dann ist es 19 Uhr. Die Teams laufen ein. Und Krey stößt endlich wieder zum Fanklub. Die „Blue Boys“ nutzen das Stadion zum Treffpunkt. Das Spiel gerät für sie fast zur Nebensache, weil sie viel miteinander reden, Späße machen. Die Ultras sorgen derweil für Stimmung. Auf dem Zaun sitzt ihr Vorsänger, ihr Capo, und gibt an, wie die Unterstützung aussehen soll. Die Ultras klatschen und singen bis zur Pause durch.

Ob es möglich ist, mit den Ultras zu sprechen? In der Halbzeit versucht Krey zu vermitteln. Der Capo kommt vorbei. Er lehnt ab, kennt aber jemanden, der etwas sagen könnte. Der Kollege will dann aber auch nichts sagen. Die Botschaft ist klar: Die Ultras haben nicht das Bedürfnis, sich zu äußern zu dem, was war oder kommt. Und noch weniger, um sich für irgendetwas zu rechtfertigen. Sie haben seit dem Jahr 2014, als sie sich einige Verfehlungen geleistet haben, einen ramponierten Ruf. Mit der Presse hat seitdem niemand gesprochen. Und das soll auch so bleiben.

Die Fans aus Kreys Fanklub sind offener. Der Neuwieder Hannes erzählt, wie er in den 90er-Jahren zum ersten Mal zur TuS kam („Ich habe gelesen, dass es den Verein gibt ,und bin einfach mal hingefahren“), wie er den Aufstieg in Liga zwei miterlebte („Plötzlich kamen zig Fanklubs hinzu“) und was er von der aktuellen Spielklasse hält („Die Regionalliga ist ideal, höher muss nicht sein“). Zwischendurch wird er unterbrochen. Der FC Homburg hat getroffen. Die TuS verliert 0:2.

Ein Ex-Profi ist jetzt Fan

Fünf Minuten vor dem Ende weiß auch Josef, dass das Spiel verloren ist. Bei ihm ist es wichtig, den Nachnamen zu nennen: Er heißt Josef Ivanovic, ist ehemaliger Profi, hat 21 Bundesliga-Spiele für Arminia Bielefeld und den MSV Duisburg bestritten – und 2006 auch mal ein halbes Jahr die TuS gespielt. „Da lief es bei mir nicht sehr gut“, sagt der 42-Jährige und schmunzelt. „Aber mit den Fans habe ich mich immer gut verstanden.“ Als er nach dem Ende seiner Laufbahn wieder in die Region zog, lebte der Kontakt zu den Fans auf. Nun ist er einer von ihnen und steht selbst in der Kurve.

Als das Spiel zu Ende ist, gibt es für Christian Krey nur noch zwei Ziele: die Fahne abhängen und nach Hause gehen. Die Koblenzer Fans ziehen oft noch weiter in die Innenstadt. Krey ist diesmal nicht dabei. „Ich war unter der Woche krank“, sagt er. Auf ihn wartet ein ruhiger Abend.

RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 12. Januar 2017, Seite 24.
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BeitragThema: Re: Eine Kurve mit vielen Gesichtern   Do 12 Jan 2017 - 10:52

Zitat :
TuS Koblenz: Die Ultras und das Jahr 2014

Wenn es im Fußball um Fans geht, stehen die Ultras, also die fanatischsten Anhänger, schnell im Mittelpunkt. Das ist in der Bundesliga nicht anders als in der Regionalliga bei der TuS Koblenz mit ihrer Fan-Gruppierung „Inferno Koblenz“. Die TuS-Ultras haben sich im Jahr 2014 einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Damals wurden sie für ein Spiel aus dem Stadion verbannt, weil sie sich nach Meinung des Vereins mehrfach danebenbenommen hatten. „Inferno“-Mitgliedern war es lediglich gestattet, die Partie gegen Waldhof Mannheim in zivil auf der Tribüne zu verfolgen, nicht jedoch als Gruppe.

Der Hintergrund: Nachdem es in der Saison 2013/14 mehrfach Verfehlungen von Koblenzer Fans gegeben hatte, waren beim Auswärtsspiel in Baunatal Ordner angegriffen und verletzt worden, zudem stürmten einige Chaoten den Platz. Der Verein sah sich zum Handeln gezwungen. „Da wurde der Koblenzer Fanszene insgesamt Unrecht getan“, sagt der TuS-Fanbeauftragte Christian Krey. Er denkt an die 14 Fanklubs, die es derzeit gibt und daran, dass die meisten nie negativ auffallen. Und auch an die Ultras, bei denen nicht jedes Mitglied auf Krawall gebürstet ist. Oft sind es Verfehlungen Einzelner, die auf die komplette Ultra-Gruppe ausstrahlen. Indem niemand darüber redet, wird aber auch nicht klar, wie die Ultras tatsächlich ticken, wie viele Problemfans unter ihnen sind, und was die, die sich gegen Ausschreitungen jeglicher Art positionieren, darüber denken.

RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 12. Januar 2017, Seite 24.
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