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 Frank Linnig: Die Vision von der Aufstiegsfeier

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TuS-Thomas
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BeitragThema: Frank Linnig: Die Vision von der Aufstiegsfeier   Di 11 Feb 2014 - 19:25

Zitat :
Frank Linnig: Die Vision von der Aufstiegsfeier
Regionalligist TuS Koblenz kämpft um Schuldenerlass und für eine bessere Zukunft



Koblenz. Seit zweieinhalb Jahren kämpft TuS Koblenz ums wirtschaftliche Überleben. Dass die erste Mannschaft des Traditionsvereins noch immer in der Regionalliga mitkickt, hat der Verein nicht zuletzt Frank Linnig zu verdanken. Der Besitzer einer PR-Agentur in Koblenz unterstützt die TuS nicht nur finanziell, sondern leistet auch als Mitglied von Präsidium und Aufsichtsrat seinen Beitrag zur Rettung der TuS. Wir sprachen mit Frank Linnig über die schwierige Situation der TuS Koblenz und seine eigenen Motive, den Klub retten zu wollen.

Die TuS Koblenz möchte ihren Schuldenberg von rund vier Millionen Euro loswerden. Wie weit ist dieses Vorhaben gediehen?

Heute Mittag treffen wir uns wieder mit einem der sieben Großgläubiger und hoffen, auf dem Weg zum angestrebten Schuldenerlass die entscheidenden Weichen zu stellen, sodass wir bis zum Monatsende Vollzug vermelden können. Die intensiven Verhandlungen laufen seit dem vergangenen Herbst und dauern jetzt schon viel länger, als wir uns das in unserer Naivität haben vorstellen können.

Worum geht es in diesen Verhandlungen?

Wir wollen die Gläubiger, überwiegend private und städtische Unternehmen, die Stadt Koblenz sowie ein Unternehmen, an dem das Land Anteile hält, dazu bringen, auf die Rückzahlung eines großen Teils unserer Schulden zuverzichten. Wenn die TuS Koblenz GmbH nämlich Insolvenz anmelden muss, und das wäre die Konsequenz aus einem Scheitern, bekämen die Gläubiger gar nichts mehr und die Existenz des eingetragenen Vereins TuS Koblenz wäre ebenfalls in höchstem Maße bedroht.

Und warum dauert es so lang?

Das hat politische Gründe. Mit sechs Gläubigern sind wir uns weitgehend einig, doch die politisch Verantwortlichen müssen den Vorgang ganz genau prüfen. Die Politik entscheidet sachbezogen und emotionslos, wir müssen die richtigen Argumente liefern, wenn wir wollen, dass die Entscheidung in unserem Sinne ausfällt. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir bald zu einer Einigung kommen. Wenn es ein 100-Meter-Lauf wäre, so hätten wir 98 Meter bereits absolviert. Aber ich muss sagen, dies ist das Schwerste, was ich als Unternehmer jemals erlebt habe. Was das Präsidium und der Aufsichtsrat der TuS im vergangenen Jahr physisch und psychisch aushalten mussten, das hat manche Grenze überschritten. Solche Erfahrungen wünsche ich niemandem. Deshalb schwillt mir der Kamm, wenn ich manche Stammtischparolen hören muss von Leuten, die keine Ahnung haben, was wirklich los ist.

Was halten Sie von Vorwürfen, Sie wollten sich mit Ihrem finanziellen Engagement den Verein „unter den Nagel reißen“ oder über Gebühr Einfluss auf die Vereinspolitik nehmen?

Da gäbe es wohl bessere Anlagemöglichkeiten, wenn ich mich bereichern wollte. Aber im Ernst: Ich bin einer von sechs im Präsidium und im Aufsichtsrat, und als guter Demokrat akzeptiere ich natürlich, was die Mehrheit entscheidet, auch wenn ich bisweilen in der Minderheit bin.

Wenn's denn klappt mit dem Schuldenerlass, ist die TuS dann alle Sorgen auf einen Schlag los?

Nein, das wäre ja nur die halbe Miete. Dann wäre das eine Damoklesschwert weg, aber das zweite rutscht immer tiefer. Unsere Liquidität ist nach wie vor äußerst kritisch und konnte bisher nur dadurch sichergestellt werden, dass es einen gibt, der immer nachgeschoben hat.

Und das sind Sie?

Das bin in diesem Fall ich.

Warum tun Sie sich das an?

Ich habe eine Vision: Ich möchte in nicht allzu ferner Zukunft mit Mannschaft, Fans und meinen Kollegen aus dem Präsidium und Aufsichtsrat auf dem Rasen des Oberwerth den Aufstieg der TuS Koblenz in die Dritte Liga feiern. Ich liebe den Fußball, und ich liebe diesen Verein. Mir geht das Herz auf, wenn mir wie neulich ein Kinderwagen begegnet, in dem knapp einjährige Zwillinge in TuS-Montur sitzen. Wenn es diesen Verein nicht mehr gäbe, würde der Region etwas fehlen.

Wie kann es weitergehen mit der TuS?

Zunächst muss uns der Schuldenerlass gewährt werden – vielleicht nicht mit 100 Prozent, aber mit einem hohen Prozentsatz. Dann hoffe ich, dass von den vielen Menschen, die uns zugesagt haben, der TuS zu helfen, etliche ihr Wort auch halten. Wir brauchen Partner, die dem Verein das Überleben erleichtern beziehungsweise ermöglichen. Schon die laufende Saison ist nur mit großem Kraftaufwand zu stemmen. Wir müssen jeden Monat kämpfen, um die Spielergehälter zu zahlen. Mit Stadionmiete und anderen Fixkosten brauchen wir jeden Monat gut 100 000 Euro. Für die nächste Spielzeit müssen wir uns, wenn sich die Bedingungen nicht grundlegend ändern, einen eisernen Sparkurs verordnen. Wir sind es auch den Gläubigern, mit denen wir jetzt über einen Schuldenerlass reden, schuldig, dass wir seriös wirtschaften und nur das ausgeben, was wir auch einnehmen, damit wir nicht in drei Jahren wieder an demselben Punkt stehen. Derzeit beträgt unser Saisonetat rund 1,5 Millionen Euro, damit liegen wir wohl im Mittelfeld der Regionalliga Südwest. Aber diesen Etat müssen wir deutlich zurückschrauben, wenn sich die Hoffnung auf neue Sponsoren nicht erfüllt.

Wird TuS Koblenz anders als in der Vorsaison diesmal eine Lizenz für die 3. Liga beantragen?

Ich bin mir zwar mit unserem Trainer Evangelos Nessos einig, dass die Mannschaft noch ein paar Plätze gutmachen und besser abschneiden kann als in der vergangenen Saison. Da waren wir Achter. Aber die Lizenzfrage hat noch bis Ende März Zeit, und wir beschäftigen uns derzeit nicht damit. Da reicht ein Blick auf die Tabelle.

Das Gespräch führte Stefan Kieffer

Quelle Rhein-Zeitung 11.02.2014.
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